Donnerstag, 27. Dezember 2012

[R] Hexenfluch - Lynn Raven

Originaltitel: Hexenfluch
Verlag: Knaur
Erschienen: 2012

Seiten: 428




Sie wich seinen Augen eine Sekunde zu spät aus. Was sie darin gesehen hatte ... kein ... Mitleid. Vielmehr Bedauern. Und ein ... Versprechen. S. 145








Klappentext:


Ein verfluchter Magier, eine junge Hexe und eine Dämonin, die die Welt in die Dunkelheit stürzen will...

Die junge Ärztin Ella Thorens lebt nur für ihren Beruf. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater vor Jahren verlassen hat, hält sie ihr Herz sorgsam verschlossen. Dies ändert sich, als sie eines Abends sieht, wie ein Mann zusammengeschlagen wird. Als sie den Verletzten berührt, fühlt sie, wie eine neue und ungeahnte Macht sie durchströmt. Christian Havreux ist ein Hexer - und der Kontakt mit ihm erweckt Ellas magische Kräfte, das geheime Erbe ihrer Mutter. Er überredet Ella, ihre Fähigkeiten ausbilden zu lassen, doch dabei verfolgt er nicht ganz uneigennützige Pläne...

Cover:

Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut. Es zeigt Ella von hinten in einem roten Kleid. Dabei sieht sie vom Havreux-Tower herab auf die Stadt. Das als ganzes finde ich sehr gelungen.

Meine Meinung:

Ich mochte bisher alle Bücher von Lynn Raven, so auch dieses hier. Ihren Schreibstil mag ich sehr und ihren Charakteren kann ich immer etwas abgewinnen, egal wie böse sie sind/scheinen. Doch hier setzte Lynn Raven sogar noch einen obendrauf. Bei Blutbraut erkannte ich ziemlich schnell, dass der Protagonist ein gutes Herz hat, wohingegen ich hier bei Christian doch so meine Zweifel hatte - im positiven Sinne - denn er ist nicht einfach zu durchschauen. Dadurch fand ich die Liebesbeziehung besonders spannend, da ich einfach nicht voraussehen konnte wie es endet.

Ella, als Protagonistin, war mir sehr sympathisch. Sie ist Ärztin, was sich auch etwas in ihrem Charakter wiederspiegelt, auf eine gute Art und Weise, denn sie ist pflichtbewusst und fürsorglich. Ausserdem hat sie meiner Meinung nach eine "spezielle" Art zu lieben. Ich kann das schlecht in Worte fassen, aber gegen Ende des Buches kamen mir die Tränen, weil mich die Art wie Ella um ihre Liebe kämpft einfach total berührte.

Christian konnte mich vor allem durch seine spezielle Art überzeugen. Er ist ein wenig stur, manchmal arrogant und etwas "aufmüpfig". Er lässt sich nicht alles gefallen, was Lyresha, die Dämonenkönigin, ihm befiehlt und das, obwohl er an sie gebunden ist und sie ihm so unglaubliche Schmerzen zufügen kann. Er probiert es immer wieder, obwohl Lyresha ihn in ihrer Hand hält, denn er wird nicht umsonst Lyreshas Hure genannt, wobei man das hier sogar wörtlich nehmen kann.

Auch die Nebencharakteren fand ich unglaublich interessant. Vor allem Mikah, Christians "Lehrling", hatte es mir sehr angetan, da er so verletzlich scheint. Da scheint sogar bei mir ein wenig der Beschützerinstinkt durch. Und auch Lyresha fand ich an sich total spannend, auch wenn sie abgrundtief böse ist.

Was mir schon immer an Lynn Ravens Bücher gefallen hat, dass die Liebesbeziehungen in ihren Büchern nicht den Klischees entsprechen, genau wie es auch hier nicht der Fall war. Die Welt ist nicht rosa, sondern sie ist schwarz und es gibt Steine, grosse Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden und trotzdem schaffen sie es. Genau das gefällt mir!

Leider gab es aber gewisse Dinge, die mir dann doch nicht 100%ig gefallen haben. Zum einen hatte ich am Anfang ein wenig Mühe mich zurechtzufinden, da die anderen Sichtweisen meiner Meinung nach zu früh eingeführt werden, so dass man sich als erstes denkt: Häää!? Wer ist denn das? Die gleiche Reaktion kam von mir auch, als ich plötzlich von einem gewissen Kristen las. Das hätte Lynn Raven meiner Meinung nach etwas besser machen können, so dass man nicht weiss nicht wie viele Seiten unsicher ist, ob die Vermutungen stimmen, die man hat.

Fazit:

Ein wirklich toller Roman! Er überzeugt nicht durch Kitsch, sondern durch die Tiefe, die Lynn Raven ihm verliehen hat. Einziger Kritikpunkt: Die Wechsel der Sichtweisen, welche nicht immer perfekt sind.

♥♥♥♥

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen