Donnerstag, 17. Januar 2013

[R] Blutbraut - Lynn Raven

Originaltitel: Blutbraut
Verlag: cbt
Erschienen: Oktober 2011
Seiten: 735




Ich war Lucinda Moreira. Die Blutbraut von Joaquin de Alvaro. Dem wahrscheinlich mächtigsten Hexer, den die Hermandad jemals hervorgebracht hatte... S. 735








Klappentext:


Fort, nur fort von hier!,

ist Lucinda Moreiras einziges Bestreben, nachdem sie entführt und auf das Anwesen von Joaquin de Alvaro gebracht wurde - dem mächtigen jungen Magier, desse Blutbraut sie werden soll und der für sie alles Böse zu verkörpern scheint. Doch je näher sie Joaquin kennenlernt, desto mehr gerät das Bild, das Lucinda von ihm hatte, ins Wanken und stürzt sie in ein Wechselbad der Gefühle...

Magie macht ihn stark - Liebe verletzlich...

Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Juaquin de Alvaro, denn sie ist eine »Blutbraut«, und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum grausamen Nosferatu zu werden. Dazu müsste sie ihm jedoch ihr Blut geben und sich auf ewig an den Magier binnden, der für sie die Verkörperung alles Bösen zu sein scheint. Und dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquins gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquin de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut... Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen.
Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquin sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt sie sich zu fragen, welches die wahren Motive seines Handelns sind...

Cover:

Das Cover ist ein wenig speziell. Es passt meiner Meinung nach zum Titel, aber ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Die Frau auf dem Cover ist für mich zu alt und ich weiss auch nicht... So habe ich mir Lucinda einfach nicht vorgestellt.

Meine Meinung:

Lynn Ravens Blutbraut zog mich in seinen Bann und konnte mich wirklich begeistern! Vampire mal anders. Endlich mal wieder ein Buch, das mehr als 400 Seiten hat! Trotz den 735 Seiten hatte ich das Buch an einem Abend gelesen. Ich konnte es einfach nicht mehr aus den Händen legen. Am Tag darauf habe ich es dann nochmals gelesen. Auch beim zweiten Mal war ich total begeistert. Auch wenn ich wusste wie es ausgeht, war für mich das Buch immer noch spannend.

Blutbraut ist aus Lucindas Sicht geschrieben. Zwischendurch ist auch mal ein kurzes Kapitel aus Joaquins Sicht geschrieben. Daneben gibt es noch eine andere Person, aus dessen Sicht man liest. Man weiss nichts über sie. Erst gegen Schluss kann man sich denken um wen es geht.

Lucinda mochte ich sehr. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und man versteht ihre Angst. Sie macht die grösste Entwicklung durch. Weil sie mit anschauen musste wie ein Vampir ihrer Tante die Kehle zerfleischte, hat Lucinda panische Angst vor den Nosferatu. Sie ist ständig auf der Flucht, weil sie Angst hat, dass Joaquin, ihr Hexer, sie finden könnte. Als sie dann entführt wird und auf Joaquins Anwesen gebracht wird, versucht sie auch mehrmals zu fliehen. Ihre Gedanken drehen sich nur um die Flucht und um die Ermordung ihrer Tante. Immer wieder hat sie Panik. Sobald Joaquin ihr zu nahe kommt, sucht sie das Weite. Lucindas Angst und ihre Furcht vor Joaquin war für mich gut nachvollziehbar. Die Ermordung ihrer Tante war sehr detailreich beschrieben, so konnte ich es verstehen, dass sie diese Bilder nie mehr aus ihrem Kopf kriegt. Mit der Zeit versucht sie diese Bilder zu verdrängen, doch auch am Schluss sind sie teilweise noch da. Ihre Angst vor Joaquin verschwindet von Tag zu Tag. Diese ganze Entwicklung fand ich sehr gut. Man hat gemerkt, wie Lucinda Joaquin immer besser "erträgt", wie sie nicht mehr immer zurückschreckt, wie sie langsam anfängt ihm zu vertrauen.

Blut. Tante Maria bettelte. Schrie. Er lachte, schlug seine Zähne in ihren Hals. Entsetzlich lange Zähne. Er kam zu mir. Seine Zähne. Er würde seine Zähne in meinen Hals schlagen.
Ich bekam keine Luft, presste die Hand auf vor den Mund, damit es niemand hörte.  S. 452

Lucinda ist vielleicht eine etwas spezielle Protagonistin. Sie ist nicht so stark und selbstbewusst, wie zum Beispiel Katniss aus Die Tribute von Panem, aber sie ist auf ihre Weise stark. Ich konnte sie fast immer verstehen, doch an einigen Stellen hätte ich ganz anders gehandelt. Joaquin wird zum Nosferatu wenn er nicht ihr Blut trinkt. Tut er das nicht, muss er einer Hinrichtung zustimmen. Das weiss Lucinda, aber sie denkt nicht einmal dran, dass sie verhindern könnte, dass jemand stirbt. Sie macht sich keine Schuldgefühle, dass sie quasi für Joaquins Tod verantwortlich ist.

Joaquin mochte ich von Anfang an. Er hat zwar eine spezielle Art und ist am Anfang etwas grob zu Lucinda, aber ich wusste, dass er tief drinnen ein gutes Herz hat. Er sorgt für Lucinda und passt auf sie auf. Währenddem zum Beispiel Cris keinen Gedanken daran verschwendet, dass Lucinda den ganzen Tag noch nichts gegessen hat, bringt Joaquin ihr das Essen aufs Zimmer. Ihr Kleiderschrank ist voller Kleidung, die sie in ihrem Leben irgendeinmal getragen hat. Er würde sie auf Händen tragen, wenn sie ihn lassen würde. Mir gefiel auch sehr gut, dass er nicht so verbissen hinter ihrem Blut her war. Er bat sie kein einziges Mal darum. Da er ja von Tag zu Tag immer mehr Nosferatu wird, wird auch sein Verlangen nach Lucindas Blut immer grösser. So versucht er schlussendlich auch sie vor ihm selbst zu beschützen und schluckt dazu zum Beispiel haufenweise Beruhigungsmittel.

»Du musst dir also keine Sorgen machen.« Er sah mir in die Augen. »Aber das alles ist unwichtig. Mich interessiert nur eines: Wie geht es weiter? Mit uns.« Ich starrte ihn an, machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Sofort gab er mich frei. Seine Armen sanken herab. Er würde mich gehen lassen. Selbst jetzt noch. Er würde mich nicht zwingen, bei ihm zu bleiben... S. 725

Cris dagegen mochte ich nicht wahnsinnig. Er ist meiner Meinung nach der schwächste Charakter. Er ist an manchen Stellen ein wenig naiv. Er denkt nicht immer darüber nach, was passieren könnte. Ausserdem ist er für meinen Geschmack einfach zu sehr auf die Macht fokussiert.

Joaquin spricht übrigens auch Spanisch. So nennt er Lucinda immer wieder mal mi luz, mi flor, etc. Um das zu verstehen muss man nicht wirklich Spanisch können. Wer etwas nicht versteht, hier findet ihr die Übersetzungen.

Das Buch ist als Einzelband erschienen, aber ich hoffe trotzdem, dass es irgendwann einmal einen 2. Band geben wird. Ich denke auch, dass es von der Geschichte her machbar wäre, da das Ende von Blutbraut nicht ganz alles beantwortet. Dieser zweite Band könnte sich dann zum Beispiel mit Cris beschäftigen. Jedenfalls hoffe ich ganz stark, dass es einen Folgeband geben wird, da ich Blutbraut einfach klasse finde.

Fazit:

Blutbraut gehört zu den Büchern, wo ich richtig in das Geschehen eintauchen konnte, und mich nicht mehr los lies. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Lucinda und ihre Entwicklung mochte ich sehr, aber auch Joaquin hatte es mir angetan. Man bekommt zwar keine kitschige Liebesgeschichte, aber das hätte auch gar nicht gepasst. Die Vampire sind alles andere als 0815 und somit hebt es sich klar von Twilight und Co. ab.

♥♥♥♥♥



Extra:







1 Kommentar:

  1. Hallo :)
    Bin grad auf deinen Blog gestoßen, gefällt mir sehr gut. Bin gleich mal Leser geworden...
    LG Marie

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