Montag, 16. April 2012

[Zitate] City of Glass - Cassandra Clare

Achtung! Gewisse Zitate können Spoiler enthalten.



Der Mann trug ein goldenes Netzhemd und eine Pyjamahose aus Seide. Nachdenklich sog er an einer unglaublich grossen Pfeife und betrachtete Clary mit freundlichem Interesse. Er war alles andere als ein Wikinger; dafür war er Clary aber bestens vertraut. Magnus Bane. »Aber...«, setzte Clary an und schaute verwirrt zu Sebastian, der mindestens so überrascht schien wie sie selbst. Mit leicht geöffnetem Mund starrte er Magnus an und stammelte schliesslich: »Bist du ... Ragnor Fell? Der Hexenmeister?« Magnus nahm die Pfeife aus dem Mund: »Na, ich bin ganz sicher nicht Ragnor Fell, der Stripteasetänzer.« »Ich...« Sebastian schienen die Worte zu fehlen [...] »Wir hatten gehofft, du könntest uns helfen. Ich heisse Sebastian Verlac und das hier ist Clarissa Morgenstern - Jocelyn Fairchild ist ihre Mutter...« »Mir egal, wer ihre Mutter ist«, erwiderte Magnus. »Ihr könnt hier nicht einfach so hereinschneien, ohne jeden Termin. Versucht es später noch mal. Anfang März würde mir passen.« »März?« Sebastian starrte ihn entsetzt an. »Du hast recht«, räumte Magnus ein. »Viel zu regnerisch. Wie wär's mit Juni?«...  S. 220

Wütend funkelte sie ihn an. »Entspricht es denn nicht der Wahrheit?« Jace hielt ihrem Blick stand, doch sein Gesicht war so bleich [...] »Doch es stimmt.« Ihm Bruchteil einer Sekunde packte Clary einen Teller vom Tisch und warf ihn nach ihm. [...] Einen Moment später war Jace auf den Beinen, als Clary den nächsten Teller nahm und blind nach ihm warf [...] Ein schiefes Lächeln umspielte seine Lippen. Ein Lächeln, das Clarys Wut schlagartig wieder entfachte: Wie konnte er es wagen, sie auszulachen? Sie griff nach der Obstschale, doch plötzlich schien ihr dies nicht mehr zu reichen. Wutentbrannt stiess sie den Stuhl beiseite und stürzte sich auf Jace, wohl wissenend, dass er das niemals von ihr erwarten würde. Die Wucht ihres plötzlichen Angriffs überrumpelte ihn: Er taumelte zurück und stiess hart gegen die Kante der Küchenanrichte. Überrascht hielt er die Luft an, als Clary blind ausholte...  S. 248/9



»Alec?« Ungläubig starrte Magnus ihn an. [...] »Hast du ... hast du mir gerade das Leben gerettet?« [...] »Du hast mich nicht ein einziges Mal zurückgerufen«, stiess er hervor. »Ich habe dich so oft angerufen und du hast dich nicht einmal zurückgemeldet.« Magnus musterte Alec, als hätte er den Verstand verloren. »Deine Heimat wird angegriffen«, erwiderte er. »Die Schutzschilde sind zusammengebrochen und in den Strassen wimmelt es vor Dämonen. Und du willst wissen, warum ich mich nicht bei dir gemeldet habe?«...  S. 320/1

Magnus' Katzenaugen funkelten vor Wut. »Ich bin siebenhundert Jahre alt, Alexander. Ich weiss, wann etwas nicht funktioniert. Du hast mich deinen Eltern gegenüber ja noch nicht einmal auch nur erwähnt.« Sprachlos starrte Alec ihn an. »Du bist siebenhundert Jahre alt?« »Also gut achthundert«, gestand Magnus. »Allerdings sehe ich nicht danach aus! Aber das steht nicht zur Debatte. [...]« »Das ist wirklich ein ganz mieser Trick, das Thema zu wechseln, Lightwood«, nörgelte Magnus. »Ich sag dir was« [...] »Wenn wir das hier heil überstehe, verspreche ich dir, dass ich dich meiner gesamten Familie vorstellen werde.« [...] »Abgemacht«...  S. 322

Er hielt die Augen geschlossen und seine Wimpern warfen zarte Schatten auf die Rundungen seiner Wangenknochen. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als würde er spüren, dass sie ihn beobachtete, und Clary fragte sich, wie er wohl am Morgen aussehen würde, mit zerzausten Haaren und Schlafspuren im Gesicht. Der Gedankte daran schenkte ihr trotz allem ein intensives Glücksgefühl. Vorsichtig verschränkte sie ihre Finger mit den seinen. »Gute Nacht«, flüsterte sie und dann - wie zwei Kinder in einem Märchen, die sich an den Händen hielten - fiel sie neben Jace in einen tiefen Schlaf...  S. 446

»Ja, worum geht es hier eigentlich genau?«, fragte Maia [...] 
»Ich versteh nämlich diese ganze Partner-Geschichte nicht. Wie soll das funktionieren?« »Etwa so.« Simon deutete auf Alec und Magnus, die ein wenig abseits von der Menge in ihrer eigenen kleinen Welt standen. Alec beugte sich gerade über Magnus' Hand und versah ihn mit der Rune [...] »Aber...« Maja, die noch immer in Alecs und Magnus' Richtung geschaut hatte, verstummte abrupt. [...] Alec hatte die Arme um Magnus geschlungen und küsste ihn - voll auf den Mund. Magnus, der sich in einer Art Schockzustand zu befinden schien, stand wie angewurzelt da. Verschiedene Gruppen von Leuten - Schattenjäger und Schattenweltler gleichermassen - starrten irritiert zu den beiden hinüber und tuschelten. [...] Und auch Maia wirkte vollkommen perplex. »Einen Moment mal«, stammelte sie. »Müssen wir das etwa auch machen?«...  S. 566/7

Sprachlos schaute Clary auf. Der Engel schwebte über ihr wie ein Turm aus weissen Flammen, der den Blick auf den Himmel verdeckte. Seine Stimme klang wie der Zusammenprall gewaltiger Gebirgsmassen.
Du kannst eine Gunst von mir einfordern, Clarissa Morgenstern. Wie lautet dein Wunsch? [...] Clary zögerte - nur einen Augenblick, doch der Augenblick kam ihr unendlich vor. Sie könnte den Engel um alles mögliche bitten [...] Doch das alles spielte ohnehin keine Rolle. Letztendlich gab es auf dieser Welt nur eines, worum sie bitten konnte, nur einen einzigen Wunsch. Clary hob die Augen und schaute den Engel an. »Jace«, flüsterte sie...  S. 662

Jace ging einen Schritt auf sie zu. Seine Augen waren auf ihr Gesicht geheftet, als könnte er den Blick einfach von ihr abwenden. »Ich habe immer gedacht, Liebe würde einem das Hirn vernebeln. Einen schwächen. Zu einem schlechten Schattenjäger machen. Liebe heisst zerstören. Da habe ich immer geglaubt.« [...] »Aber dann habe ich dich kennengelernt. Du warst eine Irdische. Schwach. Keine Kriegerin. Ohne jedes Waffentraining. Und ich sah, wie sehr du deine Mutter geliebt hast, Simon geliebt hast und dass du bereit warst, für sie durch die Hölle zu gehen. [...] Die Liebe hat dich nicht geschwächt, sondern stärker gemacht - stärker als jeden anderen Menschen, den ich bis dahin kannte«...  S. 704/5

Schliesslich liess er sie los und Clary schnappte nach Luft - sie hatte ganz vergessen zu atmen. Behutsam nahm er ihr Gesicht in die Hände und zeichnete die geschwungene Linie ihrer Wangenknochen mit dem Daumen nach. Das Licht leuchtete wieder in seine Augen, so hell wie am See, allerdings mit einem kleinen, amüsierten Funkeln. »Na also«, grinste er. »Das war doch gar nicht so schlecht, oder? Auch wenn es nicht verboten war...« »Ich hab schon Schlimmeres erlebt«, erwiderte Clary mit einem zittrigen Lachen. »Weisst du, was?«, murmelte er und beugte sich vor, bis seine Lippen ihren Mund streiften. »Falls du dir über den Mangel an Verbotenem Sorgen machst, könntest du mir ja immer noch manche Dinge verbieten.« »Welche Dinge denn?« Clary spürte, wie Jace seine Lippen mit einem breiten Grinsen auf ihre presste. »Na, das hier zum Beispiel.«...  S. 707

Misstrauisch beäugte Clary das Getränk. 
»Verwandle ich mich dann in ein Nagetier?«, fragte sie skeptisch. »Wo bleibt denn da das Vertrauen?«, protestierte Isabelle und fügte dann hinzu: »Ich glaube, das ist Erdbeersaft. Aber auf jeden Fall schmeckt es superlecker. Jace? Willst du mal probieren?« Fragen hielt sie ihm das Glas entgegen. »Ich bin ein Mann und Männer trinken keine rosafarbenen Getränke«, verkündete er kategorisch. »Mach dich von dannen, Weib, und bring mir etwas Braunes!« »Etwas Braunes?« Isabelle verzog das Gesicht. »Braun ist eine männliche Farbe«, erklärte Jace und zupfte an einer von Isabelles losen Haarsträhnen. »Wenn du bitte mal schauen würdest: Auch Alec trägt Braun.« Wehmütig blickte Alec an sich hinab. »Dieser Pullover war mal schwarz«, sagte er. »Aber dann ist er verblasst.« »Du könntest ihn mit einem paillettenbesetzten Stirnband aufpeppen«, schlug Magnus vor [...] »War nur so ein Gedanke.«...  S. 707/8



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